Radeberger Sportverein Abteilung Fussball e.V.

DFB-Fußball-Ferienfreizeit in Grünberg (Hessen)

Reiko Lehmann, 23.07.2018

DFB-Fußball-Ferienfreizeit in Grünberg (Hessen)

Unserem Verein wurde auf Vorschlag des DFB-Landesverbandes als Anerkennung für die geleistete Arbeit im Nachwuchsbereich die Ehre zuteil, mit 12 Spielern im Alter zwischen 13 und 15 Jahren eine Woche auf Kosten der „DFB- Stiftung Egidius Braun“ eine Fußball-Ferien-Freizeit zu absolvieren. Dazu verschlug es uns vom 15.07.2018 bis 21.07.2018 mit den Spielern der C-Junioren an die im Sporthotel Grünberg integrierte Sportschule des Hessischen Fußball-Verbandes. Neben uns konnten sich über diese Auszeichnung auch die Vereine SV Fortuna Langenau, BSG Chemie Leipzig, VfB IMO Merseburg und der Sportverein Blau-Weiss Dölau e.V. aus Halle freuen.

Videos und Bilder zu allen Programmpunkten findet ihr unter:

https://www.facebook.com/hashtag/15bis21juli2018?source=feed_text

Nach einer entspannten Anreise in einem Reisebus und einem großen Lob des Busfahrers für das gute Benehmen waren wir froher Erwartung auf die Dinge, die da kommen würden. Die Begrüßung durch Manfred Lotz, den Leiter der Fußball-Ferien-Freizeit fiel dann allerdings eher ernüchternd als motivierend aus. Leider hatten die Veranstalter in der Vergangenheit offenbar einige Probleme mit der Disziplin anderer Vereine. Statt diese vielleicht in einem Halbsatz zu erwähnen und die Kids auf eine spannende Woche mit viel Sport und Abwechslung einzustimmen, wurde es eher eine „Brandrede“ mit nicht enden wollenden Aussagen, was alles nicht erlaubt ist und früher schon passiert war. In der Hoffnung, dass es sich dabei nur um Startschwierigkeiten gehandelt hat, bezogen wir in der Folge unsere Zweibettzimmer mit Dusche und WC und sahen uns mit den anderen vier Teams zusammen das WM-Finale an.

Am zweiten Tag ging es dann am Vormittag für die „Radeberger“ zum Programmpunkt „Teamentwicklung“. Hier wurde durch Theorie und praktische Übungen einiges darüber gelernt, dass man gut zusammenarbeiten und gegenseitiges Vertrauen haben muss, um als Team (noch) besser zu funktionieren. Den meisten Spaß in diesem sehr gelungenen Programmpunkt hatten unsere Jungs an einem aufgestellten „Spinnennetz“, durch welches alle Spieler ohne es zu berühren auf die andere Seite gelangen mussten. Nachmittags besuchten wir das wunderschöne Schwimmbad von Grünberg. Die Jungs hatten genauso viel Spaß auf den beiden Sprungtürmen (1m und 3m) wie beim Flirten mit den Mädels vor Ort.

Der dritte Tag begann mit einem Fußballturnier aus gemischten Teams der fünf teilnehmenden Vereine. Es wurde auf vier etwa handballfeldgroßen Spielfeldern im 5 vs. 5 in zwei Staffeln mit je fünf Mannschaften gespielt. Anstelle des von allen Kids und Trainern favorisierten freien Spiels auf Minitore, legte der Leiter der Ferienfreizeit großen Wert auf eine Torerzielung nur nach Doppelpass und auf „Hütchentore“ (ca. 30 cm große Hütchen). Aller Einwand vor den erwarteten Diskussionen um die Fragen „War das ein korrekter Doppelpass?“ und „War der Ball bei einer Hütchenberührung im Tor?“ half nichts. Die Regeln wurden vorgegeben und die Fragen und Diskussionen kamen natürlich wie erwartet. Dennoch gab es im Turnier zahlreiche gelungene Spielzüge und klasse erzielte Tore.

Am Nachmittag stand „Neue Sporterfahrung“ auf dem Programm. Das Thema war „Blindenfußball“ und es wurde sehr interessant und altersgerecht mit den Jungs gearbeitet. Der deutsche Nationalspieler Hasan Koparan (Schalke 04) und die Übungsleiterin Julia Landauer brachten den Jungs in ca. 1,5 Stunden eine Menge über den Blindenfußball bei und ließen sie auch zahlreiche praktische Erfahrungen auf diesem Gebiet sammeln. Dieser Veranstaltungspunkt wurde durch die Telekom genutzt, um ein Werbevideo zu diesem Thema zu drehen. Das Einverständnis für die Filmaufnahmen hatten die Eltern im Voraus erteilt.

Mehr zu diesem Programmpunkt ist unter dem Link:

http://www.giessener-anzeiger.de/sport/lokalsport/fussball/blindenfussball-training-mit-bundesligaspieler-hasan-koparan-in-gruenberg_18929066.htm zu erfahren.

Den Abend ließen wir mit Tischtennis und „ Bäbbeln“ ausklingen.

Den Vormittag des vierten Tages verbrachten wir zusammen mit den Jungs vom SV Blau-Weiss Dölau aus Halle (C-Jugend Landesliga Sachsen-Anhalt) und deren Trainern Oliver Hüttig und Jens Fleischhauer, mit denen sich im Laufe der Woche eine klasse Freundschaft entwickelte, beim Programmpunkt „DFB-Mobil“. Die beiden Trainer des DFB absolvierten mit unseren Jungs nach einer kurzen Erwärmung zuerst ein Torschusstraining und in der Folge eine Spielform im 3 vs. 3 (Funino). Nach dem Mittagessen absolvierten wir dann gemeinsam mit den vier anderen Mannschaften und dem „DFB-Mobil“ das Fußballabzeichen, bevor es dann bei großer Wärme noch einmal in das erfrischende Freibad ging.

Tag fünf gestalteten wir wiederum in Gänze mit den Jungs aus Halle. Am Vormittag spielten wir in zwei gemischten Teams (bestehend aus je 2 x 7 Spielern beider Mannschaften) eine ganze Weile Fußball auf dem Kleinfeld. Im Mix mit den sehr leistungsstarken Dölauern entstanden gute und schnelle Spielzüge. Es wurde viel gelacht und die Radeberger schauten sich auch Einiges von dem Landesligisten ab. Nach dem Mittagessen ging es dann per Bus in den „Kletterwald Gießen“. Eine riesige und echt gut gebaute Anlage mit schwierigen Strecken. Nach dem Abendessen ging es zunächst in Eigeninitiative zur Trendsportart „Headis“ an die Tischtennisplatte. Hier wird mit einem kleinen Gummiball (ca. 12 cm Durchmesser) nach Tischtennisregeln und nur per Kopfball gespielt. Mit zunehmender Dauer ging es im „chinesisch“ immer länger um die Platte und nicht nur die Lachmuskeln der Jungs kamen zum Einsatz. Mit etwas Verspätung ging es danach zum Programmpunkt „Inklusion“. Dahinter verbarg sich Rollstuhlfußball (gespielt wird mit einem großen Gymnastikball). Auch eine Geschichte, die den Jungs einen Riesenspaß gemacht hat.

An Tag sechs ging es für alle Teilnehmer mit zwei Bussen nach Gießen. Hier hatten wir zunächst eine gute Stunde Zeit für einen Spaziergang an der Lahn. Im Anschluss an den Spaziergang enterten wir zwei kleine Schiffe und setzten den Spaziergang nunmehr sitzend und auf der Lahn fort. Mit auf unserem Schiff befanden sich natürlich die Kumpels aus Halle. Der dabei etwas aufkommenden Langeweile wirkten die Jungs mithilfe eines Handys und des Internets entgegen. Deutscher Schlager, „Malle-Hits“ und „Gangsta Rap“ gaben sich „textsicher“ gesungen wiederholt die Klinke in die Hand. Im Anschluss an ein Kuchenbuffet und ein paar kalte Getränke hatte dann jeder etwas Zeit, die nahe gelegene Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Nach der Rückkunft in Grünberg wartete der letzte, und wie ich persönlich fand, einer der besten Punkte des offiziellen Programms auf uns – eine Gesprächsrunde mit dem ehemaligen Bundesligaschiedsrichter Lutz Wagner. Die lockere Art und Weise des Vortrages von Herrn Wagner und die nicht enden wollenden Fragen der Jungs und Trainern an diesen ließen die Zeit wie im Fluge vergehen. Immer wieder brachte der Ex-Schiri, der heute als Trainer der Schiris, in der Personalentwicklung und als Berater beim Fernsehen tätig ist, die Jungs mit seinen Erlebnissen mit Bundesligaprofis zum herzhaften Lachen. Schließlich verschenkte er an alle Kids original gelbe und rote Karten, bei Bedarf auch mit Autogramm, und stand abschließend für eine Menge Fotos zur Verfügung. Für mich das Highlight der Ferienfreizeit und zugleich das Ende des offiziellen Programms. Nach dem Abendessen hieß es Kofferpacken und noch eine Runde „Headis“ spielen.

Da für Tag sieben zwischen dem Frühstück und dem Mittagessen und der sich anschließenden Abfahrt (hing damit zusammen, dass die Vereine der nächsten Freizeit mit dem Bus kamen, der uns nach Hause brachte) nichts weiter geplant war, begaben wir uns nach dem Frühstück und einem kleinen Dankeschön seitens der Kapitäne aus Radeberg und Dölau/Halle gegenüber den Veranstaltern in Form von Schokolade und ein paar netten Worten noch einmal ins Freibad. Die Rückfahrt verlief genau wie die Hinfahrt komplikationslos.

Im Resümee eine gelungene Woche, nicht zuletzt auch aufgrund des großen Engagements der Trainer und Betreuer der Mannschaften. Alle Trainer haben gegenüber dem Veranstalter auch den einen oder anderen Hinweis zur Frage von Verbesserungsmöglichkeiten gegeben, welche aufgegriffen werden sollen. Einziger Wehrmutstropfen bleibt die von allen Trainern und vielen Kindern monierte „negative“ Art des Leiters der Ferienfreizeit. Hier besteht sicher Verbesserungspotential, wenngleich die Leitung der Freizeit in Grünberg in der Summe aber trotzdem einen guten Job gemacht hat.

Nicht zuletzt möchte ich ein großes Lob an die Disziplin unserer Jungs aussprechen. Gleiches gilt auch für die anderen Teams. Insbesondere mit den Kickern aus Halle werden wir weiterhin in Kontakt bleiben und uns gegenseitig sicherlich mal zu einem Spiel oder Turnier einladen, wenn sich die Gelegenheit ergibt.


Quelle:Oliver Hüttig und Reiko Lehmann


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